Sonntag, 6. April 2014

Schnelle Spinatsauce mit Bärlauch

 Es ist Frühling! Die Vöglein singen, die Sonne scheint, die Blumen sprießen und ich niese, wenn ich an der blühenden Wunderwelt vorbeigehe. Bei so tollem Wetter möchte man den Frühling in sich aufsaugen (und das nicht in Form von Pollen), darum gibt es heute ein sehr einfaches Rezept für eine Spinatsauce mit Bärlauch. Ich war mit einer überbordenden grünen Biokiste konfrontiert und habe mich nach etwas Recherche in den Weiten des Internets (bei der ich gelernt habe, dass Spinat und Bärlauch ein sehr gutes Paar abgeben) entschlossen, die grüne Pracht in diese frische, cremige und einfach frühlingshafte Sauce zu verwandeln. Wer keinen Bärlauch hat, nimmt die doppelte Menge Spinat und presst ein bis zwei Zehen Knoblauch in die Sauce. Wir essen die Sauce mit Vollwert-Pasta, aber ich könnte sie mir auch gut über Basmati-Reis, Bratkartoffeln oder als Dip zum veganen Grillabend vorstellen.




Spinatsauce mit Bärlauch (für vier Portionen)

80 Gramm Cashewnüsse
100 Gramm Spinat, frisch (gewaschen und grobe Stiele entfernt)
100 Gramm Bärlauch
100 - 150 ml Wasser, je nach gewünschter Sämigkeit
2 EL Olivenöl
3 EL Edel-Hefeflocken
3 - 4 EL Zitronensaft
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

In einer Küchenmaschine oder einem starken Mixer (alternativ mit einem Stabmixer) die Cashews zu einem Pulver verarbeiten. Wasser, Spinat, Bärlauch, Olivenöl und Hefeflocken hinzugeben und zu einer halbwegs glatten Sauce mixen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und genießen. Die Sauce hält sich im Kühlschrank mindestens drei bis vier Tage und lässt sich auch einfrieren.

Montag, 31. März 2014

Veganer Kurzausflug

Kennt ihr das Gefühl, wenn einem daheim die Decke auf den Kopf fällt und schon ein bisschen Schnuppern in anderen Gefilden alles wieder in einem anderen Licht darstellt? So ging es M und mir kürzlich, und um den Lagerkoller zu überwinden, packten wir unsere sieben Sachen und verbrachten einen Mini-Mini-Kurzausflug in München, ganz zu zweit. Die gemeinsame Zeit, das schöne Wetter und das tolle Essen - einfach wunderbar! Bevor ich hier abrutsche in einen schnulzigen Ratgeber für romantische Kurzausflüge - ich habe euch ein paar Fotos mitgenommen.



Begonnen hat der Ausflug mit einem Zwischenstopp im Sababa am Viktualienmarkt, die unglaublich gute Falafel verkaufen. Das eingelegte Rotkraut dazu... eine einzige Geschmacksexplosion!


Weiter ging es zum Abendessen ins Hans im Glück, die einen sehr guten veganen Burger anbieten. Kleiner Tipp: Fragt nach der veganen Sauce, die auch im Burger ist - die gibt es auch zu den Pommes. Und dann natürlich die Pommes mit dieser tollen veganen tomatigen Mayonnaise ertränken!




Ein Highlight unseres Kurzurlaubs war sicher Besuch im Hotel Louis am Viktualienmarkt. Das Hotel bietet ein einmaliges veganes Frühstücksbuffet an, mit so interessanten Leckereien wie Curry-Linsen, Sesam-Spinat, Milchreis, Couscous-Schnitten, Grießschnitten mit Pflaumenkompott, Miso-Suppe (besonders wohltuend nach dem bayerischen Bier zuviel am Vortag!), unglaublich guter Nougatcreme und die beste Avocadocreme weit und breit, in die ich mich hineinlegen und wälzen möchte. Im Preis inkludiert sind auch Getränke und Kaffeespezialitäten mit Sojamilch. 



Ebenfalls erinnerungswürdig war unser Besuch in der Münchner Filiale des Veganz, einem komplett veganen Supermarkt. Dort bin ich leider etwas in den Kaufrausch verfallen, wie ich unten dokumentiert habe... und habe meine Bikinifigur für den Sommer damit wohl adieu geküsst.  Aber Marshmallows mit gerösteter Kokosnuss und Erdnussbuttercups - allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht, das wusste schon Oscar Wilde, und er meinte damit sicher das bunte Angebot im veganen Wunderland Veganz



Im angeschlossenem Bistro des Veganz, dem Max Pettchen, kann man sich nach einer Shoppingtour stärken - in unserem Fall mit einem veganen Flammkuchen.


Ihr seht, es war ein rundum gelunger Ausflug - das Essen war ausgezeichnet, die Gesellschaft einmalig, die Natur in voller Blüte, und auch der Doctor hat seine TARDIS so eingeparkt, dass wir noch ein Foto machen konnten. 



Macht ihr manchmal Kurzausflüge - auch wenn es vielleicht nur für ein paar Stunden ist?

Sonntag, 9. März 2014

Einfaches selbstgemachtes Brot

M und ich lieben Brot. Besonders am Wochenende darf es zum Frühstück gerne ein Laib frisches, knuspriges Brot sein. Üblicherweise kaufen wir das Brot im Supermarkt, aber dieses Wochenende hatte ich Zeit und Muße, um selbst Brot zu backen. Und siehe da: Es ging schnell, schmeckte großartig, und die Zutatenliste ist wirklich sehr übersichtlich. Dank eines recht einfachen Rezepts, das ich auf Chefkoch gefunden habe (wo wirklich eine ganze Menge vegane Rezepte herumfliegen!), bin ich also unter die Brotbäckerinnen gegangen. Falls ihr selbst ständig Teig knetet und Brezen flechtet, bitte nicht lachen - mir ist bewusst, das Brotbacken nicht besonders schwierig ist. Aber kennt ihr dieses Gefühl, etwas nicht anfangen zu wollen, weil ihr es euch so unglaublich aufwändig vorstellt? Das waren meine Gefühle zum Brotbacken. Aber mit diesem schönen Laib mit knuspriger Kruste und pikanten Körndln habe ich neuen Mut gefasst, und möchte auch in Zukunft viel mehr Brot selbst backen. Teig kneten, ein frisches Brot aus dem Ofen holen, ungeduldig die erste Scheibe abschneiden, das hat einfach etwas unglaublich Befriedigendes - man ist stolz, weil man etwas geschaffen hat, es fühlt sich "erdig" an. So als ob man zuerst Brot backen und sich dann die veganen Cowboyboots anziehen würde, um die Wildnis zu erobern, dem Sonnenuntergang entgegen... Ok, nun geht die Fantasie wohl mit mir durch, und damit ich nicht komplett den Faden verliere, kommt hier nun das Rezept, das ich von hier abgewandelt habe. Das Brot schmeckt pur mit veganer Butter oder Aufstrich, und besonders gut zu deftigen Suppen wie der Kartoffelsuppe, die gerade auf meinem Herd vor sich köchelt.



Dinkelbrot

450 Gramm Dinkelmehl
150 Gramm Weizenmehl, weiß
1 Packung Trockenhefe
18 Gramm Salz
120 Gramm Saatenmischung (von Alnatura) oder eine Mischung aus Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Sesam und Pinienkernen (oder euren Körndl-Favoriten)
2 EL Essig
500 ml lauwarmes Wasser
optional: mehr Saatenmischung / Körndln zum Bestreuen

Eine Kastenform mit Backpapier auslegen und an den Enden einfetten. Das Mehl mit der Hefe mischen, Salz und Saatenmischung dazugeben. Essig in das lauwarme Wasser geben und dann zu den trockenen Zutaten leeren. Mit der Hand zu einem Teig mischen und etwa fünf Minuten durchkneten (der Teig ist relativ flüssig, das ist normal). Den Teig dann in die Kastenform füllen, glattstreichen und mit mehr Körndln bestreuen. Zudecken und 30 Minuten aufgehen lassen. Dann im Backofen zuerst 10 Minuten auf 200 Grad backen, dann auf 180 Grad reduzieren und etwa 35 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es sich beim Klopfen hohl anhöhrt (den Check sollte man am besten auch an der Unterseite machen). Auskühlen lassen, anschneiden und freuen!


Montag, 3. März 2014

Neues in Salzburg - The Green Garden und mehr!

Während andere Städte schon gar nicht mehr wissen wohin mit der veganen Pracht, gehen in Salzburg die Dinge etwas... schleppender voran. Vermutlich ist Salzburg zu klein, zu traditionell, zu konservativ. Aber: Die Veggie-Revolution ist unaufhaltsam, und so sind endlich auch erste Auswüchse in Salzburg angekommen. Darum heute meine veganen Entdeckungen der letzten Zeit nur für euch, druckfrisch.

Allen voran das The Green Garden, ein tolles vegetarisches Restaurant mit großem veganen Angebot, das seit November 2013 Salzburg lehrt, dass auch die fleischlose Küche köstlich ist. In zauberhafter Vintage-Chichi-Atmosphäre mit weißen Sesseln, hübschen Laternen und verkehrten Kräutertöpfen wird hausgemachtes, originelles Essen von super-sympathischen Leuten serviert. Die Karte wechselt je nach Saison, aber momentan empfehle ich die Süßkartoffel-Pommes mit Dip in stilechter Pommes-Tüte, den saftigen, würzigen veganen Burger mit selbstgemachten Pesto und Chips und vor allem: Den Berliner, ein süßer Frenchtoast-Traum mit knuspriger Kruste und Cashewmus-Füllung. Alleine wegen des Desserts lohnt sich ein Ausflug, glaubt mir! Perfekt für Date-Nights mit eurem liebsten Menschen, lustige Mädelsabende oder andere tolle Anlässe. Zu Mittag gibt es außerdem ein Menü bestehend aus Suppe oder Vorspeise und einem Hauptgericht, das meistens vegan ist. Eines meiner liebsten Restaurants - nicht nur in Salzburg!

| The Green Garden
Nonntaler Hauptstraße 16
5020 Salzburg






Recht neu auf dem Salzburger Schrannenmarkt ist ein Stand der Veganen Metzgerei. Dort werden Würstel, Fleischlaberl, würzige Fleischsalate mit Mayonnaise, Rahmgeschnetzeltes, gefüllte Schnitzel und andere Delikatessen angeboten - alles selbstgemacht, alles vegan. Besonders derTeufelssalat hat es mir und M angetan, die würzigen Fleischlaberl eignen sich besonders für einen fetten veganen Burger, und auch der Obazde ist wirlich nicht von schlechten Eltern. Alles noch dazu zu günstigen Preisen und ohne Konservierungsstoffe, Stabilisatoren oder ähnlich Unerfreulichem, dafür mit viel Liebe und Geschmack. Vorbeischauen lohnt sich!

| Vegane Metzgerei
Auf der Schranne in Salzburg am Donnerstag
Am Wochenmarkt Mittwoch und Samstag in Freilassing



Ich möchte hier wirklich nicht für eine große Supermarkt-Kette Werbung machen, aber eine Erwähnung ist es mir doch wert: Ein Ausflug über die Grenze nach Freilassing zu Globus zahlt sich aus. Hier gibt es nicht nur Sojamilch, vegane Butter von Alsan und die Alnatura-Produkte günstiger als in Salzburg, Globus trumpft in letzter Zeit gewaltig auf und lockt unter anderem mit fünf verschiedenen Sorten veganem Käse, veganer Sahne von Leha und Soyatoo, verschiedenen Sorten Tofu und pflanzliche Würstel, und einige Produkte von Vantastic Foods wie Schakalode, Soja-Granulat oder den Veggie-Thunfisch. Ich stand jedenfalls relativ sprachlos vor dem Regal, da mein Provinzherz so eine Auswahl nun wirklich nicht gewohnt ist.

Meine vegane Ausbeute von Globus. Ja, ich esse manchmal auch Gemüse und Obst und nein, man soll nicht hungrig einkaufen gehen.

Übrigens, wer immer top informiert bleiben möchte, der sollte bei Salzburg Isst Vegan bei Facebook vorbeischauen. Hier erfährt man Tipps um die vegane Mozartstadt wirklich als allererstes!

Und, was tut sich in eurer Stadt so an veganen Neuheiten? Merkt ihr auch, dass wir Veggies langsam die Macht an uns reißen?

Sonntag, 16. Februar 2014

Split Pea Soup: Herzhafte Erbsensuppe

Meine Geschmacksnerven wandeln sich mit den Jahreszeiten. Im Frühling möchte ich nur Spargel und Kresse essen, und mich an allem erfreuen, was beginnt, aus der Erde zu sprießen. Im Sommer reichen mir Salate vollkommen aus, nur ein Nachtisch bestehend aus Wassermelone könnte das noch toppen. Im Herbst freue ich mich über Kürbis und den erdigen Geschmack von roten Rüben oder auch Maroni. Und im Winter, da gibt es vor allem eines: Suppen. Gemüsesuppe. Kartoffelsuppe mit veganen Würstel. Broccolicremesuppe. Heute möchte ich euch eine neue Suppe vorstellen, die ich vorher nur selten gegessen habe: Split Pea Soup, auch bekannt als Erbsensuppe aus Spalterbsen. Spalterbsen habe ich im Supermarkt gefunden (SPAR hat sie beispielsweise im Sortiment!), sie müssen vorher eingeweicht werden, aber dann ist die Handhabung im wahrsten Sinne ganz "easy-peasy". Die Suppe wärmt besonders an einem nass-kalten Tag und schmeckt wie eine europäische Version von Dhal, mit cremiger Konsistenz und herzhaften Gemüsestückchen. Wer mag, schneidet noch eine kräftige vegane Wurst hinein. Am nächsten Tag schmeckt sie fast noch besser!



Split Pea Soup (für vier bis sechs Personen)

350 Gramm Spalterbsen, getrocknet
1 EL Olivenöl
1 Zwiebel, in Würfeln
2 kleine Karotten, in Scheibchen
130 Gramm Kartoffeln, geschält und in kleinen Würfeln
1 Kohlrabi, in Würfeln
2 kleine Stangen Sellerie (oder ein kleines Stück Knollensellerie) in Scheibchen
3 Zehen Knoblauch
1,3 Liter Gemüsebrühe
1/2 TL getrockneter Thymian
1 TL getrockneter Basilikum
Salz
1 - 1 1/2 TL Liquid Smoke (optional)
1/2 TL Zitronensaft

Am Vorabend: Die Spalterbsen abwaschen und mit reichlich Wasser in eine große Schüssel geben. Mindestens 12 Stunden, bis zu 24 Stunden, einweichen lassen. Dann das Wasser ableeren und die Spalterbsen nochmal abwaschen.
Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, darin die Zwiebel glasig andünsten. Das Gemüse dazugeben und einige Minuten mitdünsten lassen. Dann die Spalterbsen und die Gewürze dazu, mit der Gemüsebrühe aufgießen und köcheln lassen, bis die Spalterbsen beim Umrühren im Topf auseinanderfallen (etwa 35 - 50 Minuten). Mit Salz und Liquid Smoke abschmecken und den Zitronensaft einrühren. Am besten mit knusprigem Brot servieren!

Samstag, 8. Februar 2014

Vegan: Dünn, schön und nie mehr krank?

Gestern an der Kasse des Biomarkts meines Vertrauens hatte ich zwei Neu-Veganer hinter mir. Woher ich das weiß? Die Hinweise in ihrem Einkaufswagen waren eindeutig: Grünkohl, Grünkohl, Grünkohl, gepuffter Amaranth, Mandelmus, Hirse. Dazu das Buch des veganen Triathleten Brendan Brazier fest umklammert und mit eifrigen Lesezeichen markiert. Ich drehte mich um, zahlte meinen Räuchertofu und veganen Frischkäse und freute mich über die experimentierfreudigen Menschen hinter mir. Gleichzeitig schickte ich ein kurzes Stoßgebet zum Himmel, dass Veganismus alle seine Heilsversprechen für sie halten möge.


Sicher seid ihr schon über die Verkündungen gestolpert: "Werde vegan, und deine Haut wird strahlen!" "Go vegan, und die Kilos purzeln ganz von selbst!" "Steig um auf vegan, und du wirst nie mehr krank sein." Es sind keine Versprechen der letzten Zeit, in denen gerade Bücher über einen supergesunden veganen Lebensstil boomen. Es gibt diese Versprechen schon lange, schon als ich vegan wurde, nur wurden sie nun überlebensgroß aufgeblasen.


Während es unbestritten ist, dass eine ausgewogene vegane Ernährung das Risiko vieler Krankheiten verringert (wie Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Darmkrebs), so bekomme ich doch Bauchweh bei all den Versprechungen, die wir Neu-Veganern machen. Weil wir sie oft nicht halten können. Und weil gebrochene Versprechen schlußendlich auf Veganismus selbst zurückfallen. 

Die Ansprüche an eine vegane Ernährung sind so unglaublich hoch geworden, dass man glauben könnte, wir hätten den Heiligen Gral aus grünen Smoothies und Quinoa gebaut. Porzellanteint. Idealgewicht. Keine Falten. Top-Form. Nie mehr Schnupfen. Keine Allergien. Ewige Fruchtbarkeit. Fast zu schön, um wahr zu sein. Doch was passiert, wenn all diese Dinge nicht eintreten? Wenn ich trotz Grünkohl und Süßkartoffeln und Hirse und frisch gepressten Säften immer noch unreine Haut, ein paar Kilo zuviel, und eine gelegentliche Grippe habe? Dann ist Veganismus schuld, weil er nicht halten kann, was er verspricht, und die enttäuschten Neulinge ziehen ab und stürzen sich in das nächste ernährungswissenschaftliche Abenteuer. Oder: Die Anschuldigungen beginnen, dass man nicht "richtig" vegan ist. Immerhin würden mehr Smoothies, mehr Matcha, mehr Chia-Samen, weniger Weißmehl, mehr Kokosblütenzucker zum gewünschten Resultat führen, und eigentlich weißt du gar nicht, wie das richtig geht und überhaupt solltest du dich schämen, dich so ungesund zu ernähren. Und diese Anschuldigungen müssen nicht mal von anderen Menschen kommen, oft reicht die nörgelnde Stimme im eigenen Kopf, die einem die Schamesröte ins Gesicht treibt, weil man kein "erfolgreicher" Veganer ist. Doch was, wenn nicht wir das Problem, sondern die Ansprüche einfach zu hoch sind? Ist das wirklich eine erfolgreiche Werbung für den veganen Lebensstil, wenn wir Versprechungen machen, die nur für eine Handvoll Menschen eintreten und alle anderen frustriert zurücklassen?


Ich lebe seit fünf Jahren vegan. Das scheint nicht lange zu sein, in der recht jungen veganen Community fühle ich mich aber gerne wie ein Dinosaurier (Brontosaurus, nicht T-Rex). Ich darf von mir selbst behaupten, dass ich Wert auf eine gesunde Ernährung lege. Getreide, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte sind die Basis, ich koche jeden Tag frisch mit überwiegend saisonalen und vollwertigen Produkten. Gelegentlich nasche ich auch etwas, backe einen Kuchen mit Weißmehl und Zucker und trinke am Wochenende ein Glas Wein oder Bier, was natürlich keinen ernährungswissenschaftlichen Mehrwert hat, sondern allein meinem seelischen Frieden dient. Alles in allem eine gesunde vegane Ernährung. Und jetzt kommt's: Ich habe keinen Porzellanteint. Ich habe ölige Haut, gelegentlich auch Pickel. Muss ich vielleicht mehr Amaranth essen? Ich habe ein Hormonungleichgewicht, was mit Veganismus rein gar nichts zu tun hat, meine Haut aber trotzdem nicht zum veganen Topmodel macht. Und glaubt mir, ich habe alles versucht. Auch Amaranth.


Es geht weiter, und das nächste Geständnis ist so schockierend, dass ihr euch gerne an eurer Couch festhalten dürft: Ich habe zugenommen, seit ich vegan lebe. Wie viel, das weiß ich nicht genau, aber so viel, dass mir die Skinny Jeans aus früheren Tagen nicht mehr passen. Ich habe kein Problem damit, ich bin meiner Meinung nach vom Übergewicht immer noch entfernt, fühle mich sehr wohl und habe mittlerweile auch neue Jeans gekauft. Ich habe zugenommen, weil einerseits das eben erwähnte Hormonungleichgewicht sein hässliches Gesicht gezeigt hat, und andererseits, weil ich eben auch gerne ein Stück Kuchen esse. Ich könnte abnehmen, sicher. Aber vegane Schwarzwälderkirschtorte komplett gegen Mangold  zu tauschen, das ist für mich in Punkto Lebensqualität ein schlechter Deal.

Die Beichte geht weiter: Ich bin auch gelegentlich krank. Ich bin seltener krank als Freunde und Kollegen, und das liegt sicher an meiner gesunden Ernährung. Aber der ganze frisch gepresste Saft dieser Welt konnte mich nicht vor Viren schützen, und so lag ich letzten Sommer flach mit einer fiesen Magen-Darm-Infektion, die mich in einer beruflichen Besprechung fast ohnmächtig werden ließ und mich für zwei Tage vom Klo zum Bett kriechen ließ. Shit happens. Und auch als Veganerin darf man krank sein.


Für mich sind die Versprechungen der veganen Ernährung also nicht eingetreten. Sicher fühle ich mich fitter als vorher, aber ich ich bin auch nicht zur veganen Kampfmaschine mit Alabasterhaut und Wespentaille geworden. Und das ist in Ordnung für mich, weil ich damals keine überhöhte Erwartungen hatte. Oft sind die Gründe, warum man nicht "optimal funktioniert" vielfältig, und haben nicht immer etwas mit Essen zu tun. Und darum sollte sich auch niemand schämen müssen, weil man trotz einer veganen Ernährung dick ist, oder mal krank wird, oder brüchiges Haar hat und so dem veganen Ideal nicht entspricht. Wir sind keine veganen Verfehlungen, sondern Menschen, die komplexer sind, als dass wir durch einen Spinat-Schaltknüppel gesteuert werden könnten. Gleichzeitig sollten wir unsere Versprechen vielleicht etwas zurückschrauben, wenn wir versuchen, anderen Menschen Veganismus schmackhaft zu machen. Realismus hat noch nie jemandem geschadet. Natürlich gibt es gesundheitliche Vorteile, natürlich kann man einen Unterschied merken, aber Veganismus ist kein Allheilmittel. Und Frustration und Scham sind sicher keine gute Werbung für einen veganen Lebensstil.

Sonntag, 19. Januar 2014

Favorite Things

Meine Lieben, derzeit ist mein Leben wenig ereignisreich. Arbeit, etwas Freizeit, Essen, Schlafen und dann wieder von vorne. Damit der Blog hier nicht komplett einschläft, stelle ich euch einige Dinge vor, über die ich mich in letzter Zeit gefreut habe.


Kekse von Le Moulin du Pivert

Als passionierte Bäckerin esse ich - ganz ehrlich - meine eigenen Kreationen am allerliebsten. Aber wer hat die Zeit oder Geduld, täglich frische Kekse zu fabrizieren? Genau, Superhausfrauen, von denen an mir leider keine verloren gegangen ist. Darum freue ich mich, wenn ich himmlische vegane Kekse fertig zu kaufen bekomme, letztens geschehen mit Le Moulin du Pivert: Knusprige, buttrige Kekse mit cremiger, super-schokoladiger Füllung, außerdem in Bio-Qualität und ohne Palmöl. Dingdingding - Jackpot! Dazu einen heißen Früchtetee, und der Feierabend kann einfach nur gut werden. Erhältlich im Biomarkt oder beim veganen Dealer eures Vertrauens.


Lippenbalsam von Crazy Rumors

Als wir im Sommer unsere amerikanischen Freunde besucht habe, waren diese zum ersten Mal mit einer Veganerin konfrontiert und liefen zur Höchstform auf. Selbst wieder zurück in der Heimat bekomme ich noch immer vegane Goodies hinterhergeschickt: Zu Weihnachten erhielten M und ich ein prall gefülltes Päckchen mit veganen Goodies. Darunter auch ein Lippenbalsam von Crazy Rumors, die schon seit Jahren zu den Stammgästen in meiner Kosmetiktasche gehören. Es gibt sie in so ausgefallenen Sorten wie Chai Tea, Vanilla Latte, Root Beer oder Cola, und ich muss mich jedes Mal zurückhalten, nicht hineinzubeißen. 

Teatime am Abend

M und ich haben abens ein schönes Ritual: Kaum komme ich zur Türe herein, wird auch schon unser altmodischer (aber nicht wirklich alter, weil von IKEA) Teekessel auf die Herdplatte gesetzt. Im Laufe des Abends wird die Teekanne leergetrunken. Ein schönes Ritual, das perfekt zum Winter passt, und nebenher auch noch sehr gesund ist., besonders, wenn noch ein ordentlicher Spritzer Zitronensaft in den Tee darf. Und mal ehrlich, was gibt es Besseres, als mit einer warmen Tasse Tee auf der Couch zu liegen und unsere neue Lieblingsserie, Doctor Who, anzusehen?


Süße Köstlichkeiten

Auch wenn ihr am Blog momentan nicht zuviel davon mitbekommt, meine Lust auf Süßes ist ungebrochen. Nur schreibe ich die Rezepte gerade für ein Projekt, das ich im Laufe des Jahres enthüllen werde... Geduld, ihr Lieben! Wer sich übrigens in der Zwischenzeit in ein nettes Cafe setzen möchte, dem sei das Plain Vanilla in Linz empfohlen. Der vegane Erdnuss-Schoko-Cupcake ist der Hammer, in die Erdnusscreme könnte ich mich reinlegen. Außerdem gibt es tolle vegane Muffins und - tadaaa- Cake-Pops!




The Green Garden

The times, they are a-changin'. Sagte schon Bob Dylan und hatte natürlich recht damit. Die Veggie-Revolution ist schließlich auch in Salzburg angekommen und hat zu einem tollen (und auch in dieser Art ersten) vegetarischen Restaurant geführt, dem Green Garden. Mit entzückender Inneneinrichtung, einem freundlichen Team und wirklich leckeren Gerichte. Zwei Daumen hoch, wir werden dort sicher regelmäßig speisen!

Über was habt ihr euch in letzter Zeit besonders gefreut? Teilt doch eure vegane Freude mit mir hier!
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